Werden biologisch abbaubare Beutel im Meerwasser abgebaut?

Plastik im Meer ist ein handfestes Problem für die Umwelt. An Land sind kompostierbare Beutel die beste Alternative zu Plastiksäcken. Doch wie verhält es sich im Wasser? Werden die Beutel aus biologisch abbaubaren Materialien dort abgebaut – und wenn ja, wie lange dauert das?

Was sind biologisch abbaubare Beutel 

Biologisch abbaubare Beutel werden aus Biokunststoffen hergestellt. Bei Naturabiomat® verwenden wir den Biokunststoff Mater-Bi® der Firma Novamont. Dieser enthält nachwachsende Rohstoffe, wie Pflanzenöle und Maisstärke. Allerdings stehen Biokunststoffe dieser Art nicht in Konkurrenz zu Lebensmitteln.

Biologisch abbaubare Beutel müssen der Norm EN 13432 entsprechen, um als solche angeführt werden zu dürfen. Diese Norm besagt, dass die Beutel bei Kompostierung zu 90 % in Kohlendioxid umgewandelt werden müssen. Das im Kompostierungsprozess entstandene Kohlendioxid kann gemessen werden. Die übrigen 10 % hingegen nicht, da diese von den bei der Verrottung beteiligten Bakterien und Pilzen als Baustoffe für Wachstum und Vermehrung verwendet werden. 

Werden die Biobeutel im Meer vollständig abgebaut?

In wissenschaftlichen Studien wurde versucht zu zeigen, ob Mater-Bi® Folien aus Biokunststoffen im Meer abgebaut werden. Dabei wurden Proben des Biokunststoffes Meeres-Sedimenten aus der Gezeitenzone ausgesetzt. Anhand von Stoffwechsel-Monitoring der Bakterien, die den Biokunststoff „verdauen“, wurde der biologische Abbau überwacht. 

In relativ kurzer Zeit – weniger als einem Jahr – wurden hohe biologische Abbauraten erzielt. Die Proben sind also nicht sofort verschwunden, allerdings bergen sie durch eine wesentlich kürzere Verweilzeit ein geringeres ökologisches Risiko als Produkte aus anderen Stoffen.

Wenn Bioabfallbeutel im Meer landen, ist das also halb so schlimm?

Nein, auch wenn die biologisch abbaubaren Beutel sich im Meer schneller auflösen als anderer Müll, dauert es Monate, bis davon nichts mehr übrig ist. Achtlose Entsorgung in der Natur, egal ob der Müll schlussendlich ins Wasser gelangt oder nicht, ist ein soziales Problem, das nicht mit biologisch abbaubaren Beuteln, sondern mit einem gesamtgesellschaftlichen Fokus zu umweltbewusstem Verhalten gelöst werden muss. Biologisch Abbaubare Beutel werden für organisches Recycling entwickelt.

Leider finden sich aber, trotz unserer ausgeklügelten Müllerfassung- und -verwertung, immer wieder Plastikbeutel- und -verpackungen in Böden und Gewässern. Dort zerfallen sie langsam zu Mikroplastik. Das ist auch der Grund, warum es besser ist, schnell und vollständig biologisch abbaubare Werkstoffe für solche Produkte zu verwenden – wie es Österreich nun auch vormacht.

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